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RP vom 12.10.2006

Friesenturnier: Große Resonanz
Hunderte Besucher erlebten im Gocher Reitsportzentrum viele barocke Pferd. Für Katja van Beeck war es das allererste Turnier.
VON STEPHAN DERKS
Für Katja van Beeck aus Uedem war die Nacht schon um eins zu Ende. Denn die 41 -Jährige war viel zu aufgeregt, um noch zu schlafen. Schließlich wollte sie beim ersten Friesenturnier im Gocher Reitsportzentrum an den Start gehen. Nicht nur für die Uedemerin bedeutete dieses Turnier Premiere. Auch für den RFV Blücher Pfalzdorf, der gemeinsam mit den Friesenfreunden um Georg Beckers diese Veranstaltung auf den Weg brachte.
Besucheransturm
Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Premiere mit den zahlreichen Friesen- und anderen Barockpferden war mehr als gelungen. „Mit einen solchen Besucheransturm haben wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet", erklärte Georg Beckers gegenüber der Rheinischen Post. So war die Tribüne der Reithalle, in der Dressuren bis zur Klasse L und die Kür der Paare, teilweise in historischen Kostümen geritten wurde, bereits am frühen Morgen proppenvoll. Das muss wohl an diesen „schwarzen Perlen" gelegen haben, deren lange Mähne hier und da mit einem schönen Zopf eingeflochten wurden. „Rund 45 Helfer waren im Einsatz, um diese Veranstaltung reibungslos über die Bühne zu bringen", so Beckers weiter, dem rund 80 Nennungen zugegangen waren und der an der Meldestelle die Fäden in Händen hielt.
Aachener Flair
Auf dem Außengelände des Gocher Reitsportzentrums hatte das Team der Friesenfreunde eine kleine Zeltstadt (Aachener Flair) errichtet und im Springstadion gab es im Verlaufe der Veranstaltung neben kleinen Showeinlagen herrliche Ein- und Zweispänner zu sehen, deren Fahrer und Beifahrer teilweise historische Kleidung trugen. Doch zurück zu der Uedemerin Katja van Beeck und ihrem ersten Turnierstart. Denn obwohl der Stall, in dem ihre 10-ährige Friesenstute Marny (von Oltman, Muttervater Hearke) nur 600 Meter vom Turniergelände entfernt lag, war sie bereits zwei Stunden vor Prüfungsbeginn dort eingetroffen. Sie wollte noch einmal über das Zaumzeug putzen, erneut die Mähne der Friesenstute durchkämen und das ohnehin glänzende Fell noch von den letzten Staubkörnchen befreien. „Je näher die Prüfung heranrückte, um so ruhiger wurde ich", erklärte Katja van Beeck im Gespräch mit der RP, die eigentlich erst durch ihre 15-jährige Tochter Melissa zum Reitsport gekommen war. „Anfangs wollte ich erst gar nicht in den Sattel, das war mir viel zu hoch. Nun aber will ich kaum noch absteigen", erzählt sie weiter, deren Ehemann Wolfram gleichfalls im Sattel sitzt und damit die Reiterfamilie komplettiert. Eine Stunde vor der E-Dressur ritt die Uedemerin zur Pfalzdorfer Reithalle, vor der sich bereits eine Menge tat. „Schon beim Abreiten merkte ich, dass Marny nicht ganz konzentriert war und lieber alles anschnuppern wollte, als wäre sie ein Hund", schildert van Beeck die Situation. Dann ging es mit der dritten Abteilung rein in die Halle, in der das Publikum nicht mit Beifall geizte. Immer noch war Marny nicht voll bei der Sache, wirkte in manchen Lektionen zu eilig. Entsprechend das Ergebnis: Nicht ganz befriedigend.
Dennoch erhielt die 1,65m große, bildschöne Friesenstute ihre Möhre. Schließlich lagen sie nicht auf dem letzten Platz.
Katja van Beeck zeigte sich zufrieden, striegelte im Stall der Friesenstute noch einmal über das glänzend schwarze Fell. „Bei ihr dreht sich eigentlich alles um Marny", verrät Katjas Freundin der RP, die sich zwischenzeitlich auch durch das wallende Langhaar des Friesen sowie deren pechschwarze Farbe bestechen ließ.



Katja van Beeck mit Marny, RP-FOTO: Stephan Derks

N R Z vom 9. Okt. 2006

Mit dem Surfbrett über die Weiden

REITEN
. Tag des Friesen in Heidhausen war „ein voller Erfolg“. Organisatoren und Starter wünschen eine Fortsetzung.

KATRIN REINDERS

Wenn sich 900 Kilogramm in Bewegung setzen, bleibt kaum ein Grashalm stehen. Und wenn dieses Gewícht von einem starken schwarzen Hengst mit wallender Mähne getragen wird, bleibt kaum ein Zuschauer unberührt: Die Friesen boten gestern, an ihrem großen Tag im Reitzentrum Heidhausen, ein wahrlich beeindruckendes Bild. Ob in der Dressur, vor einem Gespann oder unter dem Sattel – Die schweren Vierbeiner begeisterten das Publikum am „Tag des Friesen“ in Goch und eroberten dabei wohl auch so manches Nicht-Reiter-Herz.
Neben des sportlichen Prüfungen mit rund 70 Starts in den Dressurprüfungen der Klassen E, A, A-Kür und L auf Trense sowie einem Fahrturnier in den Dressur-Kategorien der Klasse E für Ein- und Zweispänner hatten die Friesenfreunde ein spektakuläres Programm auf die Beine gestellt.

Fliegender Holländer als Attraktion.

So zeigte unter anderem der Friesenhof van Bebber aus Jülich, wie ihre Wagen hinter den Pferden über eine Rampe gezogen wurde und dabei abhebten. Die beiden acht- und zwölfjährigen Deckhengste legten ein mächtiges Tempo vor, sodass „Der fliegende Holländer“ tatsächlich zu einer Attraktion wurde. Zu dem war eine Freestyle-Vorführung auf dem Surfbrett zu sehen. Wasser braucht man demnach keines, so lange man einen Friesen besitzt, der das Surfbrett über Wiesen zieht.
„Dieses erste Friesenturnier war ein Versuch“, sagte Georg Beckers von der Interessengemeinschaft „Friesenfreunde“ gestern, „und er ist wirklich mehr als gelungen.“
Sehr zufrieden seien Veranstalter sowie Reiter und Fahrer gewesen, Alle zwei Jahre wolle man künftig ein solches Turnier eingerahmt in den „Tag des Pferdes“ veranstalten, „dann vielleicht sogar ein bisschen größer“, so Beckers. Rund 30 Helfer der Interessengemeinschaft sowie eine Crew des Reit- und Fahrverein „Blücher“ Pfalzdorf waren für einen reibungslosen Ablauf im Einsatz.



RP vom 07. Okt. 2006

Friesenturnier in Pfalzdorf

Barockpferde
stellen im Reitsportzentrum Heidhausen ihr Können unter dem Sattel und angespannt unter Beweis.
Friesenpferde sind ein echter Hingucker und in der hohen Dressur oft unterschätzt.

VON STEPHAN DERKS
Eine solche Turnierveranstaltung hat es zumindest auf der Reitanlage des RFV Blücher Pfalzdorf wohl noch nicht gegeben. Dressur- und Fahrsport mit Friesen- und weiteren Barockpferden, zu denen Pferderassen wie Andalusier, Kladruber, Knapstrupper, Lippizaner Lusitano PRE (Pura Raza Espagnola) gehören.
Zu sehen sind die „schwarzen Perlen", wie die Friesenpferde genannt werden, und deren Artgenossen am kommenden Sonntag, den 8. Oktober, ab neun Uhr, im Reitsportzentrum Goch Heidhausen. Zunächst starten die „barocken Rappen", die durch ihr wallendes Langhaar ebenso verzaubern wie durch ihre pechschwarze Farbe mit einer Dressurprüfung der Eingangsstufe. Bereist hier dürfte das Viereck heiß umlagert werden. Denn gerade die Friesen sind es, die den Menschen mit ihrem sanften und menschenbezogenen Charakter einfach nur faszinieren. Und wer sich einmal näher mit dieser Pferderasse befasst, der wird schnell dem Charme und Ausstrahlung dieser „königlichen Extravaganz" unterliegen. Nicht zuletzt durch sein Äußeres wird der Friese sowohl als Zirkuspferd und auch als Partner in der Hohen der Dressur geschätzt. Denn die anmutigen kohlschwarzen Rappen mit dem stolz gebogenen Hals, dem wallendem Haar und der breiten Brust sind schon ein echter Hingucker. Ebenso typisch wie sein Aussehen ist der Friese für seine schwungvollen, raumgreifenden Bewegungen und die hohe Knieaktionen bekannt, wobei die Liebhaber dieser Rasse hier eher von „steppenden" Gängen sprechen. Zudem sind sie talentierte Fahrpferde. Auch hiervon können sich die Besucher der Turnierveranstaltung am Sonntag, die auch gerne als „Tag des Friesenpferdes" überschrieben wird, ihr eigenes Bild machen. Denn nicht nur in der Dressur von der Klasse E bis L und einer A-Kür der Paare, werden die Friesenpferde zu sehen sein. Auch angespannt dürften diese Familien- und Freizeitpferde, entweder Ein- oder Zweispännig, ihr Vermögen auf einem Hindernisparcours unter Beweis stellen. Natürlich wird es im Rahmen der Veranstaltung auch entsprechende Showeinlagen sowohl unter dem Sattel als auch den Fahrleinen geben.
Die meisten Friesenhengste sind zwischen 1,58 m und 1,68 m groß, wobei die Stuten ca. 5 cm kleiner sind. Es gibt aber auch Hengste, die sind über l ,70 m, wobei dieses nicht gerade gewünscht ist. Schließlich geht die Größe zu Lasten des rassetypischen Exterieurs. Und obwohl Friesen ausschließlich schwarz sind, ist hier und da eine kleine weiße Flocke oder Stern auf der Stirn, sowie Stichelhaare an den Lippen zu sehen.
RP vom 07.10.2006




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